Thorsten, bei deiner bisherigen Tour durch Deutschland, hast du ja schon viele Innovationen gesehen. Hast du dich dabei schon einmal gefragt, wie aus einer Idee eine Innovation wird?

In und um München und nicht nur hier, gibt es zahlreiche schlaue Köpfe, die viele neue Ideen haben. Wenn Gründer-Teams bei uns in der UnternehmerTUM anklopfen, dreht sich bei den meisten alles um die Technik. Dann müssen wir den Teams erst einmal klar machen, dass der Weg von der Idee bis hin zur Innovation, also bis sich ein neues Produkt oder eine Dienstleistung auf dem Markt durchsetzt, nicht nur von der technischen Machbarkeit abhängt. Entscheidend ist am Ende der Kunde, der bereit ist, für ein Produkt auch genug Geld zu bezahlen.

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Abb.: Idee oder unternehmerische Chance?

Deshalb schicken wir unsere Teams auf Entdeckungsreise. Dabei sollen sie herausfinden, ob eine Idee nicht nur technisch machbar, sondern wirtschaftlich rentabel und vor allem bei den zukünftigen Kunden auch erwünscht ist. Auf dieser Entdeckungsreise lassen wir die Teams nicht alleine. Sie werden in einem strukturierten Innovationsprozess begleitet und von Experten sowie erfahrenen Coaches unterstützt. Dieser Prozess hat neben der Weiterentwicklung des Geschäftskonzeptes den Effekt, dass sich ziemlich schnell herausstellt, ob das bestehende Team für diese Aufgabe geeignet ist. Bringen sie die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten mit? Ist das nötige Commitment vorhanden und hat man die gleichen Vorstellungen und Ziele? Alle diese Fragen werden im Laufe des Prozesses beantwortet.

Abb.: Systematische Erprobung und Entwicklung von Geschäftsmodellen
Abb.: Systematische Erprobung und Entwicklung von Geschäftsmodellen

Wir nennen das ganze Social Protyping. Das ist kein neues Gesellschaftsspiel sondern eine Methode, bei der Ideen prototypisch umgesetzt werden, um die wesentlichen Aspekte des Geschäftskonzeptes zu überprüfen. Unter Prototypen verstehen wir allerdings nicht das, was typischerweise Ingenieure damit verbinden. Für uns können Prototypen auch Zeichnungen oder einfache Modelle sein. Der Prototyp dient uns lediglich dazu, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Ist ja auch einleuchtend, dass es einfacher ist, eine Idee zu präsentieren und dafür Feedback einzuholen, wenn man nicht nur mit Worten diese beschreibt, sondern dem Gesprächspartner etwas in die Hand drücken kann. Da hätten wir dann auch schon den sozialen und kommunikativen Aspekt der Methode.

Abb.: Entwickeln und Visualisieren von Ideen
Abb.: Entwickeln und Visualisieren von Ideen

Damit die Teams ihre Ideen leichter visualisieren können, haben wir Play. Tools entwickelt. Das sind Werkzeuge, die den Teams helfen, in kurzen Entwicklungszyklen ihre Geschäftsideen in Form von Prototypen umzusetzen und unter realen Umweltbedingungen am Markt hinsichtlich der Erfolgschancen zu testen. Der Fokus der Play Tools liegt auf den Bereichen Ideation, Informatik, Mechanik und Mechatronik. Im Bereich Ideation werden für identifizierte Probleme erste Lösungen ausgearbeitet und mit Hilfe einfachster Mittel, wie Papier, Holz, Modellbauschaum und Lego visualisiert. In mehreren iterativen Schritten werden diese ersten Lösungen weiter ausgearbeitet.Hierfür stehen für die verschiedenen Technologiefelder Rapid Prototyping Systeme für die Innovations- und Gründerteams bereit. Durch den Einsatz der Play. Tools können Teams also in kurzer Zeit und mit geringem Kostenaufwand ihre Ideen experimentell am Markt erproben. Spielend zur Innovation sozusagen!

Abb.: Play.tools Bereiche
Abb.: Play.tools Bereiche

Aber Thorsten, am besten kommst du selbst mal in Garching vorbei, um vor Ort die Play.Tools und unsere Gründerteams live zu erleben!

Christian Schüller, 31.06.2008