Wer kennt die Situation nicht. Es ist Hochsommer (wirklich?), man steigt ins Auto, schnallt sich an und der Sitznachbar schreit auf. Grund: Das Metall vom Sicherheitsgurt ist glüht und zudem ist die gebrannte Volksmusik-CD-Sammlung auf dem Armaturenbrett geschmolzen. Das können findige Forscher verhindern.

Sie simulieren noch in der Entwicklungsphase eines Autos zum Beispiel das Verhalten von Lenkrad, Sicherheitsgurt, Ablage oder auch Reifen, Lack und vielem mehr. Diesen Job erledigt die IAV  in Gifhorn in einer Gesamtfahrzeug-Sonnenlichtsimulationsanlage. Eine Garage in der ein Auto zum Beispiel durch riesige Leuchtkörper binnen 20 Tagen um 10 Jahre altern kann. Die Klimasimulation und große Menge an Daten wird an sehr schnellen Rechnern ausgewertet, der Probant auf vier Rädern begutachtet und dann wird entschieden ob an Bauteilen nachgebessert werden muss oder nicht.

Stichwort nachbessern: Beim Bulli ist da nicht mehr viel zu machen. Deshalb habe ich diesen liebenswürdigen Schrotthaufen einfach mal in der Klimakammer geparkt. Fazit: Nach dem Dreh ist er um weitere circa 8 Montate gealtert - Poröses wurde noch poröser, mattes noch matter und die blaue Wandfarbe der Außenhaut hat überlebt (es bildeten sich zumindest keine Blasen, was passiert wenn’s wieder regnet weiss ich auch nicht). Das war die eigentliche Überraschung. Bis zu 130 Grad Celsius wird es heiß - oder um zum Beispiel die Einwirkung von Kälte zu simulieren bis zu minus 40 Grad.

Übrigens: Die Frage warum Dipl.-Ing. Jörn Klenner (Versuch Innenausstattung, Geschäftsbereich Fahrzeug Entwicklung, IAV Gifhorn) keinen Schutzanzug trägt, ich aber muß, ist ganz einfach zu beantworten. Ich stand in der Garage und er außerhalb. Wenige Zentimeter (trotz offener “Ofentür”) entscheiden in kurzer Zeit über einen verheerenden Sonnenbrand oder “unbehelligte” Haut.

In der nächsten Folge geht’s mit dem Bulli auf die Teststrecke und da muß er alles geben was er hat: 80 km/h. Armer Kerl.